Sehen verstehen

Sehen am Bildschirm – worauf kommt es an?

Laptop, Smartphone, Tablet und Monitor verlangen unseren Augen über viele Stunden immer wieder ähnliche Sehentfernungen ab.

Wenn das Sehen am Bildschirm anstrengend wird, liegt die Lösung aber nicht automatisch in einer stärkeren Brille. Auch Bildschirmposition, Beleuchtung, Schriftgröße, Sehentfernung und die vorhandene Korrektion spielen zusammen.

Warum kann Bildschirmarbeit anstrengend werden?

Bei der Bildschirmarbeit bleibt der Blick lange auf einen relativ nahen Bereich gerichtet.

Gleichzeitig wechseln wir zwischen Monitor, Tastatur, Unterlagen, Smartphone und anderen Entfernungen.

Wenn Sehbedingungen und Arbeitsplatz nicht gut zusammenpassen, können sich die Augen müde oder angestrengt anfühlen. Auch eine ungünstige Körperhaltung kann entstehen, wenn man versucht, durch Vorbeugen oder eine veränderte Kopfhaltung besser zu sehen.

Deshalb gehören Sehen und Ergonomie am Bildschirm zusammen.

Der Bildschirm sollte zum Menschen passen

Ein Monitor sollte so stehen, dass eine entspannte Körper- und Kopfhaltung möglich ist.

Wichtig sind unter anderem:

  • ausreichende Sehentfernung
  • eine gut lesbare Schriftgröße
  • eine sinnvolle Bildschirmhöhe
  • möglichst wenig störende Reflexionen und Blendung
  • passende Helligkeits- und Kontrastverhältnisse

Die ideale Einstellung ist nicht bei jedem Menschen identisch. Bildschirmgröße, Arbeitsplatz und individuelle Sehbedingungen spielen eine Rolle.

Auch die Beleuchtung zählt

Starke Reflexionen oder Blendung können das Sehen am Bildschirm erschweren.

Der Arbeitsplatz sollte deshalb so gestaltet sein, dass Fenster und Leuchten möglichst nicht störend im Bildschirm reflektiert werden.

Eine angenehme, zur Tätigkeit passende Beleuchtung unterstützt nicht nur das Sehen, sondern auch eine entspannte Arbeitshaltung.

Warum sind Blickwechsel und Pausen sinnvoll?

Wer lange konzentriert auf einen Bildschirm schaut, sollte die Tätigkeit regelmäßig unterbrechen und den Blick auch auf andere Entfernungen richten.

Kurze Unterbrechungen und Tätigkeitswechsel können Augen und Körper entlasten.

Auch bewusstes Blinzeln kann hilfreich sein, weil dadurch der Tränenfilm auf der Augenoberfläche erneuert wird.

Reicht meine normale Brille am Computer?

Das hängt von der Brille und den benötigten Sehentfernungen ab.

Eine Lesebrille ist für einen relativ nahen Bereich gedacht. Ein Monitor steht normalerweise weiter entfernt.

Eine Alltags-Gleitsichtbrille deckt zwar unterschiedliche Entfernungen ab, der für den Bildschirm passende Bereich kann aber je nach Glas und Arbeitsplatz vergleichsweise begrenzt sein.

Bei längerer Bildschirmarbeit kann deshalb eine speziell auf die verwendeten Arbeitsentfernungen abgestimmte Bildschirmbrille sinnvoll sein.

Was ist eine Bildschirmbrille?

Eine Bildschirm- beziehungsweise Bildschirmarbeitsplatzbrille wird auf die Entfernungen abgestimmt, die am Arbeitsplatz wichtig sind.

Das können zum Beispiel sein:

  • Unterlagen auf dem Schreibtisch
  • Tastatur
  • Monitor
  • der nähere Raum

Sie ist damit nicht einfach eine „stärkere Lesebrille“, sondern eine Sehlösung für bestimmte Arbeitsentfernungen.

Eine solche Brille ist nicht automatisch für andere Tätigkeiten wie das Autofahren geeignet.

Erst Arbeitsplatz anschauen, dann Brille auswählen

Wenn das Sehen am Computer anstrengend ist, lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die tatsächliche Situation.

Wie weit steht der Monitor entfernt?

Wie hoch steht er?

Welche Entfernungen müssen während der Arbeit scharf gesehen werden?

Welche Brille wird bisher getragen?

Erst daraus lässt sich sinnvoll ableiten, ob die Arbeitsplatzgestaltung, die vorhandene Korrektion oder eine spezielle Bildschirmbrille angepasst werden sollte.

Wie sieht Ihr Arbeitsplatz aus?

Quellen